Floodlights off at Chesterfield

FLOODLIGHTS OFF AT CHESTERFIELD 

oder – die unendliche Tragikomödie einer Flutlichteinweihung im englischen Chesterfield :
FLOODLIGHTS OFF AT SALTERGATE
 
Den CHESTERFIELD FOOTBALL CLUB werden eher die hartgesottenen England-Fans kennen, einen Klub –  durchaus mit Tradition – wie alle andere anderen englischen Profiklubs mit Ausnahme der Milton Keynes Dons – aber ein Klub, der niemals in der ersten englischen Division spielte und es ein einziges mal vor zig Jahren schaffte, in der damaligen 2nd Division auf Rang 4 abzuschließen.


Selbst in der dritten und vierten englischen Division, wo der Verein sich seit Jahrzehnten rumtummelt ist man keineswegs prominent, Star der unteren Ligen dürfte zweifelsohne seit Jahrzehnten der ROCHDALE AFC sein, weil die 4. englische Division unter den Fans längst den Beinamen THE ROCHDALE DIVISION verpasst bekommen hat, weil Du immer, wenn Du in der 4. Liga antreten musst auf Rochdale triffst, jedenfalls meistens – oder besser : allermeistens.
Jedenfalls schaffte es ROCHDALE AFC mal 36 Jahre am Stück, in der 4. Division anzutreten.
 
Und wenn von Tradition die Rede ist, dann hat in England trotzdem jeder Klub irgend einen Rekord vorzuweisen, siehe Rochdale – und auch in Chesterfield hat man etwas geleistet, was mindestens in England einzigartig sein dürfte, allerdings nicht auf dem Platz – sondern eher „um den Platz“ herum.
 
139 Jahre lang, genauer gesagt von 1871 bis Sommer 2010 trug der CHESTERFIELD FOOTBALL CLUB seine Heimspiele im Stadion SALTERGATE (eigentlich Recreation-Ground) aus, ehe auch dieses Stadion aufgegeben wurde.
 
Gemütlich und beschaulich ging es also dort auch während der 60iger Jahre zu und tatsächlich entschlossen sich die Verantwortlichen um 1964 herum dazu, ihr Stadion mit einer Flutlichtanlage auszurüsten, als letzter Liga-Club in England übrigens.
 
Dazu mussten zunächst einmal 10.000 Pfund Sterling zusammen gekratzt werden – um eine gebrauchte Flutlichtanlage von Sheffield United zu erwerben – und geplant war, dass Saltergate zum 100 – jährigen Vereinsjubiläum unter gleißendem Flutlicht erstrahlen würde.
 
Leider erwies sich gleich der erste Pylon, der errichtet werden sollte als zu kurz, dann stellte man fest, dass die Fundamente für die Anlage nicht stabil genug waren und man verhökerte den ganzen Kram direkt weiter an Non-League Stafford Rangers – und hatte mit der nächsten Anlage gleich wieder Pech und der ganze Krempel musste kurz nach der Einrichtung verschrottet werden.
 
Im dritten Anlauf  klappte es dann endlich und ab 1967 leuchtete endlich eine zeitgemäße Anlage über dem Stadion – 16 Jahre nach dem Start des modernen Flutlicht-Zeitalters in England.
 
Die Pointe an der ganzen Sache ist aber, dass man in Chesterfield in Flutlichtangelegenheiten gar nicht so unerfahren war, weil der Klub nämlich bei der Beleuchtung des Trainingsplatzes zu den Vorreitern in England zählte und mit zu den ersten Klubs gehörte, die eine solche Einrichtung besaßen – nämlich schon seit 1956, stolze 11 Jahre bevor es auch in Saltergate am Abend hell wurde.